Wie du deine Positionierung findest (+ Praxisbeispiel)

So ergatterst du einen festen Platz in den Köpfen und Herzen deiner Kunden.

Inhalt:
– Was ist eine Positionierung?
– Welche Vorteile hat eine klare Positionierung?
– Die zwei wichtigsten Positionierungsfaktoren
– 9 Möglichkeiten, um sich zu positionieren.
– Ein Positionierungs-Praxisbeispiel

„Hallo, ich wollte demnächst mein Unternehmen gründen und brauche dafür deine Hilfe. Ich habe eine Ausbildung als Ernährungsberaterin abgeschlossen und möchte hiermit demnächst loslegen. Kannst du mir helfen – und wo fangen wir an?“

So lautete die erste Frage, die mir meine Kundin Annika (ja, sie heißt auch Annika, bitte nicht verwirren lassen) am Telefon vor einigen Monaten gestellt hat. Nach ein paar Rückfragen meinerseits war das Problem schnell klar: Sie wusste noch nicht, was genau sie anbieten und wie sie sich am Markt platzieren sollte, um sich vom Wettbewerb zu unterscheiden.

Nach kurzer Überlegung lautete meine Antwort: „Annika, ich habe in den letzten Wochen ungefähr acht Ernährungsberater kennengelernt, die alle dasselbe anbieten. Mein Rat: Bevor wir mit einem Logo und deiner Webseite loslegen, sollten wir uns zu allererst um deine Positionierung kümmern.

Ich sah förmlich das Fragezeichen über ihrem Kopf schweben und vielleicht geht es dir jetzt auch so. Vielleicht hast du den Begriff „Positionierung“ oder „Markenpositionierung“ schon mal irgendwo gehört oder gelesen. Und da man schon bei dem Wort an sich unmittelbar in den Tiefschlaf fällt, hast du dich vielleicht eher am Rande oder noch gar nicht damit beschäftigt.

Aber keine Angst: Es ist gar nicht so schlimm.

Ich helfe dir jetzt, kurz und knackig das Thema zu verstehen, damit du dies für dich anwenden kannst.

Denn ganz ehrlich: Eine falsche oder nicht vorhandene Positionierung ist der Hauptgrund, warum kleine Unternehmen scheitern. Oder nur mit sehr viel Mühe, Energie und Geldinvest bestehen bleiben.

Je klarer deine Positionierung, umso einfacher wird es für dich, die passenden Kunden zu gewinnen.

Zunächst geht es also erstmal um die Grundlagen zur Positionierung. Im Anschluss werde ich dir dann das Vorgehen einer Positionierung anhand meiner Kundin Annika demonstrieren (die netterweise damit einverstanden war, als Praxisbeispiel herzuhalten).

Los gehts.

Was ist eine Positionierung?

Ich will dich nicht mit irgendwelchen Definitionen langweilen. Ganz einfach erklärt:

Eine Positionierung ist das Bild, was in den Köpfen deiner Kunden entsteht, wenn Sie deinen (Unternehmens)Namen hören. Es ist das, was dich von anderen unterscheidet. 

Und damit ist nicht nur dein Logo gemeint!

Bei der Positionierung geht es um das Gesamtbild, um deine komplette Außenkommunikation. Natürlich gehört ein Logo und Slogan dazu, aber es ist eben nur ein kleiner Teil des Puzzles.

Bei gut positionierten Unternehmen lässt sich die Positionierung oft in nur wenigen Worten, manchmal auch nur in 1 Wort verdeutlichen:

Red Bull: Extremsport

Nivea: Hautpflege

Nike: Sport

Das sind natürlich größere Unternehmen (mit großen Werbebudgets), aber dasselbe gilt auch für Personenmarken oder kleine Unternehmen.

Schau dir einfach mal an, welchen Menschen du auf Facebook folgst. Welches Wort oder welchen Satz verbindest du mit ihnen? Was würdest du einem Freund erzählen, wenn du über diese Person oder das Unternehmen redest?

Genau das bedeutet Positionierung. Das Wort oder der Satz, den andere Menschen im Zusammenhang mit deinem Namen verbinden. Du solltest also sehr sorgsam dabei sein, deine Positionierung aufzubauen und lieber zu Beginn mehr Zeit investieren.

Denn wenn diese einmal feststeht, wird alles andere schon wesentlich einfacher. Versprochen!

Welche Vorteile hat eine Positionierung?

Wenn du in einem Markt unterwegs bist, wo es einen Haufen Konkurrenten gibt (und das sind mittlerweile fast alle), dann solltest du das Thema auf jeden Fall angehen!

Je größer der Markt und der Wettbewerb, umso schwerer wird es, die Aufmerksamkeit deiner Kunden zu gewinnen. Auf deine Kunden prasseln täglich tausende Werbebotschaften ein – sie sind also gezwungen, sehr stark zu selektieren, wohin sie ihre kostbare Aufmerksamkeit lenken.

Es ist wie bei diesem Blogbeitrag: Wenn du kein eigenes Unternehmen hast, wirst du einen Teufel tun, ihn zu lesen. Er hätte null Relevanz für dich.

Du kennst bestimmt das Autokauf- Phänomen: Sobald du mit dem Gedanken spielst, ein bestimmtes Auto zu kaufen, siehst du es plötzlich überall umherfahren. Das nennt man selektive Wahrnehmung. Und genau die setzen auch deine Kunden jeden Tag ein, um nicht überzuschnappen. Sie filtern.

Eine Positionierung übernimmt die Aufgabe, sehr schnell den Nutzen deines Unternehmens klar zu machen. Damit deine Kunden sagen können „Brauch ich“ oder „brauch ich nicht.“

Um bei Autos zu bleiben: Es ist, als ob man an einer Schnellstraße ein großes Schild hochhält, auf dem nur wenige Worte stehen.

Aber was genau steht auf deinem Schild?

Ich erlebe es sehr oft, dass Unternehmer erst lang und breit erklären müssen, welchen Mehrwert sie bieten. Für welches Wort sie stehen.

Aber meinst du, dass an einer Schnellstraße mit tausenden Schildern der Fahrer die Zeit hat, einen Aufsatz zu lesen? Das ist unmöglich! Er muss ganz schnell und einfach erkennen, worum es bei dir geht und ob es für ihn relevant ist – oder er fährt weiter.

Es mag sich hart anhören, aber so ist es nun mal.

Keiner nimmt sich die Zeit, erst mühsam herausfiltern zu müssen, ob er einen Mehrwert von deiner Leistung hat.

Darum gibt es Nischen. Darum gibt es Zielgruppen. Darum werden Milliarden in den Marken-Aufbau gesteckt.

Alles dient dazu, es dem Kunden einfacher zu machen, eine Entscheidung zu treffen.

GANZ WICHTIG: Bei einer Positionierung geht es NICHT darum, ALLEN zu gefallen. Du musst hier sehr viel spezifischer werden: Wem genau möchtest du helfen? Es geht darum, einer gewissen Gruppe ein bestimmtes Bedürfnisse zu erfüllen – und alle anderen außen vor zu lassen.

Und ja ich weiß, das ich echt hart! Es ist die härteste Entscheidung, die du in deinem Business treffen musst.

Und nein – du kannst nicht allen Menschen helfen, auch wenn es sehr löblich ist, dass du es möchtest.

Je kleiner dein Unternehmen (und dein Marketingbudget) ist, umso kleiner sollte deine Zielgruppe und deine Angebotspalette sein.

Großen Unternehmen investieren Milliarden Euro, um ihre Positionierung in die Köpfe der Menschen einzubrennen und ein Image aufzubauen.

Du hast dieses Budget einfach nicht. Mach es dir nicht unnötig schwer.

Nehmen wir an, dass du ein Coach bist. Du möchtest gerne allen Menschen helfen, glücklicher zu werden. Die meisten Unternehmer gehen jetzt raus und versuchen, diesen Ansatz zu vermarkten. Und sie verschwenden verdammt viel Zeit, Energie und Geld.

Es ist, als ob du Fischer bist und versuchst, auf deinem kleinen Boot mit einem riesigen Schleppnetz alle Fische des Meeres zu fangen.

Irgendwann geht dir die Puste aus.

Es ist viel klüger, dir erst Gedanken darum zu machen, mit welchen Menschen du am allerliebsten zusammen arbeiten möchtest. Und was für diese Menschen und ihr konkretes Bedürfnisse die beste Lösung ist. Du musst ein Spezialist werden.

Such dir eine Fischart aus und finde die beste Methode, um diese zu fangen. (Natürlich willst du deine Kunden nicht fangen und später essen….naja, der Vergleich hinkt, aber du weißt, was ich meine).

Spezial-Hinweis für Gründer: Nimm den Druck raus!

Achtung: Natürlich ist es empfehlenswert, dass du schon am Anfang deine Positionierung festlegst. Je früher, umso besser. Aber manchmal funktioniert das einfach nicht. Da muss man erstmal rausgehen und Erfahrung sammeln, mit wem man arbeiten möchte. Oder welche Dienstleistung am meisten Spaß macht. Oder welche Dienstleistung am Beliebtesten bei den Kunden ist. Also mach dich im Vorfeld nicht verrückt! Leg die grobe Richtung fest und lauf erstmal los, sammeln Praxis-Erfahrungen. Verfeinern kannst du immer noch im Laufe der Zeit! Ich würde aber empfehlen, dann nach 1-2 Jahren immer spezieller zu werden, was deine Kunden und deine Dienstleistung betreffen.

Eine gute Positionierung hilft dir dabei:

  • einfacher Kunden zu gewinnen und zu behalten
  • dich als Spezialist am Markt zu etablieren
  • höhere Preise verlangen zu können
  • viel Mehrwert in kurzer Zeit liefern zu können
  • schnell erklären zu können, was du tust
  • Kunden anzusprechen, die deine Leistung wirklich brauchen
  • dich besser und günstiger zu vermarkten
  • passenden Geschäfts- und Kooperationspartner zu finden
  • häufiger empfohlen zu werden
  • deinen Fokus zu behalten und dich nicht zu verzetteln
  • mehr Spaß zu haben, weil du dich auf deine Kernkompetenz beziehst
  • viel schneller Vertrauen aufzubauen

Du gerätst also in einer Art „Positiv-Schleife“: Du spezialisierst dich in einem Bereich, der dir besonders liegt und von dem Kunden einen hohen Nutzen haben. Mit jedem Kunden sammelst du mehr Expertise und vertiefst dein Wissen. Du wirst schneller und lieferst noch mehr Mehrwert in kürzerer Zeit. Dann wirst du häufiger weiterempfohlen, baust schneller Vertrauen auf und kannst wiederum höhere Preise verlangen.

Die zwei wichtigsten Positionierungsfaktoren

Es gibt unzählige Möglichkeit, sich vom Wettbewerb abzugrenzen. Wie sollst du dich hier entscheiden?

Der wichtigste Ausgangspunkt sind eigentlich nur zwei Fragen:

1. Stärken Was kannst du besonders gut?

2. Nutzen: Was brauchen Kunden? Wo liegt der höchste Nutzen?

Diese Fragen haben es aber auch in sich. Den sie erfordern eine extrem gute Selbstkenntnis und besondere Empathie gegenüber den Kunden. Hier ist es oft hilfreich, einen externen Experten zu Rat zu ziehen, weil man hier wirklich im Laufe der Zeit betriebsblind wird. Da einem die eigenen Stärken so leicht fallen, sehen wir sie oft einfach nicht als Stärken an („Das fällt mir doch leicht / das ist doch keine Arbeit“).

Dass du etwas besonders gut kannst, merkst du unter anderem daran, dass du

  • Arbeit nicht als Arbeit empfindest
  • ein schlechtes Gewissen hast, dafür auch noch bezahlt zu werden
  • dabei im Flow bist
  • Von Freunde oder Bekannte häufig um Rat gefragt wirst
  • du bereits dafür bekannt bist

Aufgabe: Schreib alles runter, was dir hierzu einfällt: Was macht dir Spaß? Wo liegen deine Stärken? Wann bist du im Flow? Und dann frag Bekannte, Freunde und Familie, dir deine 3 größten Stärken zu nennen. Lass diesen Teil nicht aus! Du wirst überrascht sein, welche Stärken sie bei dir erkennen!

Das ist jetzt aber nur die eine Seite der Medaille.

Nun müssen wir noch schauen, ob du Fähigkeiten hast, die anderen Kunden einen Mehrwert liefert.

Es bringt nichts, wenn du total toll rückwärts laufen kannst, wenn kein Kunde bereit ist, dafür Geld zu bezahlen.

Zu verstehen, was Kunden wirklich wollen – das ist die Hauptarbeit als Unternehmer. Denn auch die Bedürfnisse ändern sich ständig.

Oder hättest du vor ein paar Jahren noch gedacht, dass du so etwas wie Netflix unbedingt haben musst?

Die Schwierigkeit bei der Positionierung ist zu verstehen, welches Motiv wirklich zu einer Kaufentscheidung führt. Ist den Kunden wirklich der Preis wichtig? Oder doch eher die Geschwindigkeit? Oder die persönliche Betreuung? Manchmal hilft es alles nichts, da muss man einfach austesten. Je besser du die Hauptmotive herausfilterst und verstehst, umso höher wird deine Anziehungskraft auf potentiellen Kunden.

9 Möglichkeiten, um sich zu positionieren. 

Was gibt es nun für Möglichkeiten, um sich zu positionieren und damit vom Wettbewerb abzuheben? Wie findet man sein Alleinstellungsmerkmal? Es gibt unzählige Möglichkeiten und Varianten. Ich gebe dir hier die geläufigsten Möglichkeiten und Ansätze mit.

Positionierung über INNOVATION

Es gibt die Möglichkeit, komplett neue Produkte und Dienstleistungen zu erfinden, die es so noch nicht gegeben hat. Hierzu gehören auch Software-Angebote, Technikprodukte etc. Für Dienstleister aber eher schwierig umzusetzen. Weiterer Nachteil: Die Entwicklung ist oft sehr teuer und die Innovation kann schnell von anderen nachgeahmt werden.

Beispiele: Der iPod, das iPhone, Netflix oder aktuell „SpaceX“ von Elon Musk.

Positionierung über die METHODE:

Oft muss gar nicht erst etwas komplett Neues erschaffen werden. Es ist auch möglich, sich durch die geschickte Kombination von bereits bestehenden Lösungen von anderen abzugrenzen und daraus etwas Neues zu entwickeln. Man könnte zum Beispiel als Coach eine neue Methode entwickeln, die z.B. Persönliches Coaching und eine App verbindet.

Beispiel: „Touchpoints“ von Anne Schüller oder die „Blue Ocean-Strategie“ von W. Chan Kim und Renée Mauborgne.

Positionierung über die ZIELGRUPPE

Wahrscheinlich die beliebteste Methode, um sich von anderen abzugrenzen. Man hilft nur einer kleinen, genau definierten Zielgruppe. Ein Coach könnte zum Beispiel alleinerziehenden Müttern helfen, die wieder in den Beruf einsteigen wollen. Oder auf schüchterne Männer in den Fünfzigern, die eine Scheidung hinter sich haben und eine neue Liebe finden wollen.

Beispiel: „Zeitmanagement für kreative Chaoten“ von Cordula Nussbaum.

Positionierung über den PREIS:

Es gibt eine gute und eine schlechte Möglichkeit, sich über den Preis von anderen zu unterscheiden. Die Schlechte: über den günstigsten Preis. Viele Anbieter, vor allem Gründer, machen es sich einfach und grenzen sich vom Wettbewerb nur darüber ab, billiger zu sein. Aber was, wenn der Nächste noch billiger ist? Die Positionierung rein über den günstigsten Preis ist meistens eine Abwärtsspirale.

Die gute Möglichkeit: Natürlich gibt es auch den Ansatz, sich als Premium-Anbieter zu positionieren. Schwierig ist es hier dann jedoch, sich den Ruf nicht durch Fehler zu vermiesen und wirklich eine außergewöhnlich hohe Qualität zu liefern. Zudem ist es schwieriger, Kunden zu finden, die bereit sind, diesen Preis zu zahlen. Allerdings gilt auch: Je spezialisierter, umso höher kann der Preis angesetzt werden. Die Premium-Preisstrategie ist also gut für Unternehmen, die schon länger am Markt sind und eine sehr spezifische Leistung anbieten.

Billig-Beispiele: Aldi, Lidl, Kik
Premium-Beispiele: Rolex, Louis Vuitton, Rolls Royce

Positionierung über die BETREUUNG/ SERVICE

Man kann sich durch eine besonders intensive Betreuung oder einen besonderen Service vom Wettbewerb abgrenzen. Ein Coach könnte zum Beispiel vielbeschäftigen Unternehmern anbieten, sie in ihrer Mittagspause im Büro zu coachen. Ein Elektriker könnte anbieten, auch am Wochenende zur Verfügung zu stehen, wenn es erforderlich ist. Der Service oder der Betreuungsumfang sollte aber schon außergewöhnlich gut sein, um damit die Positionierung zu rechtfertigen.

Beispiel: Carglass: Kostenlose Steinschlagreperatur in 30 Minuten, Dienst kommt auf der Arbeit vorbei

Positionierung über die GESCHWINDIGKEIT / ZEITERSPARNIS

Zugegeben ein stressiger Ansatz, aber möglich: Wir haben alle keine Zeit. Kunden bezahlen gut dafür, ihre Ziele schneller zu erreichen oder einfach Zeit zu sparen. Darum werben Diätprodukte mit „in 2 Wochen 10 Kilo verlieren“. Als Unternehmer könnte man anbieten, dass gewisse Dienstleistungen oder Produkte in einem engen Zeitrahmen umgesetzt werden (siehe Carglass). Darunter darf aber nicht die Qualität leiden!

Beispiele: Lieferservices wie Amazon und Rewe. Eine Reinigung könnte z.B. anbieten, die Kleidung innerhalb eines Tages abzuholen, zu reinigen und wieder zu liefern.

Positionierung über die QUALITÄT

Handgefertigte Lederschuhe für Männer. Ein Uhrmacher, der sich auf analoge Uhrwerke spezialisiert hat. Man kann sich über eine besonders hohe Qualität vom Wettbewerb abgrenzen und damit sehr erfolgreich sein. Aber: Die Qualität muss wirklich exzellent sein! Ich lese überall „Wie liefern höchste Servicequalität“ – da gähnt man als Kunde nur noch müde, das sind meistens Lippenbekenntnisse, die sich in Broschüren schön machen. Auch hier gilt wieder: Je kleiner die Zielgruppe, je spezieller die Angebotspalette, umso eher glauben Kunden, dass die Qualität wirklich außergewöhnlich ist.

Beispiele: Siegfried Gin, Verschiedene Manufakturen, Ein Restaurant, dass nur 5 hervorragende Gerichte auf der Karte hat

Positionierung über die PERSÖNLICHKEIT & STORY

Meiner Meinung nach einer der besten Methoden, um sich von anderen zu unterscheiden: Über die Persönlichkeit! Es gibt niemanden auf dieser Welt, der genau dieselben Erfahrungen gemacht hat wie du. Der all das gelernt hat, was du gelernt hat. Der so denkt wie du. Du bist absolut einzigartig, das kann kein Mensch nachmachen oder kopieren. Darum bin ich so ein Fan davon, die Persönlichkeit und Geschichte eines Unternehmers stark ins Marketing einzubringen. Aber: Du musst bereit sein, dich als Unternehmer zu zeigen und authentisch zu vermarkten. Du musst bereits sein, zu dir zu stehen, auch zu deinen Ecken und Kanten. Die Positionierung über die Persönlichkeit ist also ideal für „gefestigte“ Menschen, die wissen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen und dennoch immer weiter an sich arbeiten.

Beispiele: Richard Brandson, Gary Vaynerchuck, Marie Forleo

KOMBINATION:

Die letzte Möglichkeit ist noch, mehrere der oben genannten Unterscheidungsmöglichkeiten geschickt miteinander zu kombinieren. z.B. deine Persönlichkeit und eine sehr spezielle Zielgruppe. Oder eine besondere Methode in einer kurzen Zeit anzuwenden.

Du siehst, dass die Möglichkeiten unendlich groß sind. Die oben genannten Beispiele geben nur grob eine Richtung, wie sich ein Unternehmen vermarkten kann.

Positionierung: Ein Praxisbeispiel

Zu Beginn des Textes habe ich dir von Annika, der Ernährungsberaterin erzählt. Bei ihrer Positionierung sind wir wie folgt vorgegangen:

1. Story & Persönlichkeit 

Annika erzählt mir von ihrem Werdegang und ihren Erfahrungen. So konnte ich einen guten Eindruck von ihrer Persönlichkeit bekommen und auch verstehen, was sie antreibt und begeistert. Durch einen Aufenthalt in Amerika nahm sie innerhalb von 10 Monaten fast 20 Kilo zu und kannte den Jojo-Effekt aus eigener Erfahrung. Danach studierte sie Biologie mit dem Schwerpunkt Immunologie, später Ernährungscoach, Prävention-und Gesundheitsmanager. Kurz: Sie war sehr qualifiziert in ihrem Bereich.

In einem Nebensatz erzählte sie mir unter anderem, dass sie einige Jahre im Ausland als Bärenexpertin unterwegs war und Bärenzentren aufbaute und Personal schulte. Als sie zu mir kam, war sie gerade mit ihrem ersten Kind schwanger.

2. Stärken

Als Nächstes arbeiteten wir heraus, wo Annikas besonderen Stärken liegen und wie diese für ihr Unternehmen einsetzbar sind. Zudem besprachen wir, mit welchen Kunden sie gerne arbeiten würde. Sie arbeitet gerne mit Frauen zwischen 25-50, die Wert auf gesunde Ernährung liegen. Allerdings war sie hier noch unentschlossen.

3. Mehrwert

Was für Kunden gibt es, die sich überhaupt für eine Ernährungsberatung interessieren – und bereit sind, dafür zu zahlen? Ganz grob haben wir 5 Zielgruppen definiert:

  • Menschen, die übergewichtig sind
  • Menschen, die gesundheitliche Probleme haben
  • Menschen, die an Intoleranzen und Allergien leiden
  • Menschen, die für andere kochen und denen das Wohlbefinden ihrer Familie am Herzen liegt.
  • Jetzt musste sie sich nur noch für eine entscheiden.

4. Positionierung

Nach allem, was wir gemeinsam herausgearbeitet hatten, kamen wir zu folgender Positionierung: MamaBär – die Ernährungsberatung für Mutter & Kind. So verbanden wir Annikas Story (Bärenexpertin) mit ihrer beruflichen Qualifikation (Ernährungsberaterin) mit einer speziellen Zielgruppe: Mütter, die sich und ihrer Familie gesund ernähren wollen. Während der Schwangerschaft als auch nach der Geburt und im Kleinkindalter. Zudem war der Name sehr positiv besetzt und stand für starke Mütter, die sich für ihre Kinder einsetzen und diese beschützen.

Annika hatte zuerst bedenken, sich so speziell aufzustellen – sie startet gerade erst und hatte Angst, Kunden abzuschrecken. Doch nach ein paar Monaten meldete sie sich bei mir und war super happy.

Ihre Erfahrung (in Kürze):

  • Sie wusste, in welchen Gruppen und Foren sie ihre Zielgruppe bewegten
  • Sie wusste genau, welche Probleme und Sorgen ihre Zielgruppe hat
  • Sie konnte passende Vorträge und Seminare halten (z.B. Beikost-Einführung, Allergieprävention, Kindern gesundes Essen schmackhaft machen…)
  • Sie fand leicht geeignete Kooperationspartner mit einer ähnlichen Zielgruppe (Kindergarten, Hebammenpraxen…)

5. Design

Wir wollten unbedingt zeigen, dass gesundes Essen Spaß und leicht ist – ohne erhobenen Zeigefinger! Darum habe ich ein Logo mit einer großen und kleinen Bärentatze erstellt. Die Schrift ist verspielte und fröhlich, ebenso die Farben.

 

Zusätzlich wurde ein Maskottchen entwickelt, dass eine Bärin mit ihrem Kind zeigt. Auch die Bildsprache auf der Webseite ist fröhlich, farbenfroh und verspielt.

Auch wenn sich die Positionierung so schnell „liest“ – es war ein wochenlange Arbeit, diese herauszuarbeiten, zu verfeinern und dann auch noch visuell umzusetzen. Dennoch war es die Mühe auf jeden Fall wert!

Fazit:

So, das war wohl einer der bisher längsten und ausführlichsten Blogbeiträge hier auf dem MarketingCafe. Mein Ziel war es, dir so viel Mehrwert und Praxiswissen wie es nur geht mitzugeben, damit auch du einen festen Platz in den Köpfen und Herzen deiner Kunden ergattern kannst. Und das du erkennst, wie elementar das Thema für dich ist – besonders, wenn du kein riesiges Budget hast!

Wichtig ist auch: Positionierung ist ein Prozess, keine einmalige Angelegenheit! Du zahlst mit jeder Kommunikation, jeder Anzeige, jedem Blogbeitrag, Vortrag oder Flyer auf dein „Positionierungskonto“ ein. Es ist kein kurzfristiger Gewinn, wird sich aber langfristig auf jeden Fall für dich rentieren.

 

MerkenMerken

MerkenMerkenMerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerkenMerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

Teile diesen Beitrag

7 Gedanken zu “Wie du deine Positionierung findest (+ Praxisbeispiel)

    • Hallo Eva, gerne doch. Ja, das ist auf jeden Fall ein fortlaufender Prozess – aber das macht das ganze ja auch so spannend! 😉

  1. Sehr lesenswerter Artikel zum Thema Positionierung. Den Hinweis: „Positionierung ist ein Prozess, keine einmalige Angelegenheit!“ finde ich sehr treffend, denn vieles ist im Unternehmensalltag ein Prozess.

    Beste Grüße. Ralph

Schreibe einen Kommentar