Burnout durch Sinnsuche – gibt es die Berufung überhaupt?

Was, wenn es die eine „Berufung“ einfach nicht gibt? Ein sehr ehrliches Fazit nach meinem ersten Jahr Selbstständigkeit. 

„Finde deine Berufung und du musst keinen Tag mehr arbeiten“. Nenn mich zynisch: Ich glaube, so funktioniert das leider nicht. Ich kann diesen Spruch nicht ausstehen, denn dahinter steckt ein subtiles Versprechen:

„Du musst nur lange genug suchen, um DEIN DING zu finden. Aber wenn du es erst gefunden hast, wird dir alles leicht fallen. Du wirst glücklich grinsend in den Tag leben, genügend Umsatz machen und die Kunden werden automatisch zu dir kommen, weil du so genial darin bist.“

Millionen Menschen sind auf der Suche nach Ihrer Berufung

Keine Ahnung, wie viele Bücher und Ratgeber ich in meinem Leben schon gelesen habe, um meiner wahren Berufung auf die Schliche zu kommen. Und wenn ich mich in der Buchhandlung so umsehe, stelle ich fest: Es geht nicht nur mir so!

Millionen Menschen sind auf der Suche nach Ihrer Berufung und einem permanenten Flow-Zustand. Sie probieren, testen aus, schmieden Pläne, geben alles – und schmeißen dann alles hin, wenn es richtig anstrengend wird. Dann ist es wohl noch nicht „das Richtige“, also sucht man weiter bis zum Sankt Nimmerleinstag.

Ich bin nun seit fast 1 Jahr selbstständig. Und ganz ehrlich: Manchmal ist es verdammt ätzend und anstrengend! Du bist ständig am Arbeiten. Du hast eigentlich Feierabend, aber dann kommt noch eine ganz dringende E-Mail von einem Kunden. Permanent läufst du Kunden wegen Timings hinterher.

Die Bezahlung liegt oft unterhalb deiner Schmerzgrenze oder du hast ein schlechtes Gewissen, deinen richtigen Preis durchzusetzen. Um 22 Uhr noch ein Telefonat mit einem Kunden? Kein Problem! Gastbeiträge für andere Seiten schreiben? Natürlich! Und hier noch posten, da noch Netzwerken…

Du bist übermüdet, ausgebrannt und redest mit Freunden und Familie nur noch über die Arbeit. Deine Augenringe ähneln der von Angela Merkel. Der häufigste Kommentar: „Selbstständig heißt eben SELBST und STÄNDIG“. Und was soll ich damit jetzt anfangen?

Denn die Alternative, ein Leben in immerwährender Festanstellung, während ich Papier von einer zur anderen Seite schiebe, sieht auch nicht gerade sexy aus. Ansonsten wären wohl viel mehr Menschen in Festanstellung glücklich…

Abschalten oder entspannen? Fehlanzeige!

Aber das Schlimmste ist: Du kannst nicht mehr abschalten! Weder abends, noch am Wochenende oder im Urlaub. Alles dreht sich um die Arbeit. Als ich diesen Text angefangen habe, war ich im Urlaub auf Gran Canaria. Ein Tag zuvor hatte ich noch eine Broschüre fertig gemacht, da der Kunde die Daten zu spät geliefert hat.

Du kannst es dir so vorstellen: Ich liege am Strand, ein Buch in der Hand und will entspannen, da trudelt die E-Mail rein: Die Daten sind da, wir brauchen dringend die Broschüre! Was meinst du: kann ich mich jetzt noch entspannen?

Natürlich nicht, direkt sind Hummeln in meinem Hintern, die mich vom Strand zum Hotel jagen, um die Daten druckfertig zu machen. Dann noch schnell ein Angebot hier schreiben und eine Kleinigkeit für den Kunden da erledigen. Während ich meinem Partner „Muss nur mal kurz an meinem Laptop“ zurufe, verdreht dieser genervt die Augen. Wem mache ich eigentlich was vor?

In den letzten Wochen war ich teilweise nur noch entnervt und sehr schnell gereizt. Erst als ich mehrfach aus meinem engsten Kreis den Hinweis bekam: „Mach mal langsam, du steuerst geradewegs auf einen Burnout zu“ begann ich, inne zu halten.

die Berufung finden - gibt es überhaupt eine?

Kann es sein, dass wir uns zu sehr über unseren Beruf definieren?

Was mache ich hier eigentlich? Ist es wirklich eine gute Idee, seine komplette Freizeit zum opfern, um „sein Ding“ zu machen? Ist es das wert?

Kann es sein, dass wir uns viel zu viel über unseren Beruf definieren?

“Du bist nicht deine Arbeit. Du bist nicht wieviel Geld du auf dem Konto hast. Du bist nicht das Auto das du fährst. Du bist nicht der Inhalt deiner Geldbörse. Du bist nicht deine scheiß Cargohosen. Du bist der singende und tanzende Abschaum der Welt.”
Aus dem Film Fight Club

Das ist vielleicht etwas sehr drastisch formuliert, aber es trifft den Kern:

Du bist nicht deine Arbeit. Auch nicht deine Berufung.

Vielleicht haben wir eine sehr romantische Vorstellung davon entwickelt, was uns ein Beruf alles geben muss? Vielleicht ist es wie in einer Partnerschaft: Wie kannst du von jemandem erwarten, dass er dir ALLES geben kann, damit du glücklich bist? 

Vielleicht ist es nicht möglich, dass uns ein Beruf komplett erfüllt und wir die Befriedigung auch aus anderen Dingen ziehen müssen? Vielleicht können wir aus verschiedenen Dingen das Wichtigste herausziehen, damit wir eine stimmige Mischung für unser Leben finden?

Hobbys, Freude, kochen, Familie, lachen, Ruhe – das alles ist ebenso wichtig wie die Suche nach der perfekten Berufung.

Ein fataler Satz: Wenn ich erst….

Wenn wir ausbrennen, dann liegt es einfach daran, dass wir einer Sache zu viel Aufmerksamkeit und Zeit widmen. Und andere Dinge, die ebenso wichtig sind, vernachlässigen. Irgendwie hat sich eine romantische Vorstellung in uns manifestiert, dass alles ganz leicht und easy wird, sobald wir den perfekten Job gefunden haben.

Meine Meinung: Es gibt keinen perfekten Job, bei dem alles läuft und es keinerlei nervige, störende Aspekte gibt.

Der Gedanke „Wenn ich erst…, dann…“ ist gefährlich.

Sehr gefährlich.

„Wenn ich erst das Projekt erledigt habe, dann nehme ich mir Zeit für mich“ .
„Wenn ich erst meine Berufung gefunden habe, dann werde ich richtig glücklich.“
„Wenn ich erst 10 kg leichter bin, dann bin ich liebenswert.“
„Wenn ich erst den Umsatz x gemacht habe, bin ich erfolgreich.“

Das ist wie das Hinterherrennen nach einer Fata Morgana – und du verdurstest auf halber Strecke, weil du die kleinen Oasen auf dem Weg verpasst hast.

Ist es das wert, wenn du deine ganze Zeit in dein Business steckst – aber keine Freude mehr verspürst, weil du einfach zu erschöpft bist? Dass du dich ständig angespannt und gestresst fühlst?

Das gilt nicht nur für Selbstständige, auch Angestellte legen sich in ihrer Arbeit voll ins Zeug. Und es ist ja auch verständlich: Wir wollen alle einen guten Job machen! Wir wollen zufrieden sein und legen die eigene Messlatte hoch: „Das geht noch besser / schneller / schöner.“

Wir laufen Zielen hinterher – und werden dabei immer unglücklicher

Optimieren kann man immer. Und irgendwann läuft man wie paralysiert den Zielen „Berufung finden und Karriere machen“ hinterher. Und wir dabei immer unglücklicher. Das Hinterhältige ist, dass es so ein schleichender, leiser Prozess ist. Das macht es so ungemein schwierig, diesen zu erkennen und vorher auf die Bremse zu treten.

Ich will mich schon seit fast 15 Jahren selbstständig machen. Und dann nach einem Jahr zu erkennen, dass ich den Kurs immer wieder anpassen und korrigieren muss.

Ich dachte früher immer, das Kundenakquise und Co. die schwierigsten Hürden in der Selbstständigkeit sind. Heute glaube ich: Die größte Hürde ist es, mit den eigenen Energien haushalten zu können. Besonders, wenn man es allen Recht und perfekt machen will.

Für mich bedeutet das: Auf die Bremse treten. Viel mehr Auszeiten nehmen. Wieder meiner innere Stimme zuhören. Leistungen streichen, die mich nerven. Und nicht auf den Tag X zu warten, an dem ich wieder Zeit für die wichtigen Dinge im Leben habe: Mich selbst, Partner, Familie und Freunde. Und Ruhe.

Der Glückskuchen hat mehrere Tortenstücke – die Berufung ist nur ein Stück davon. Ich habe übrigens extra zum Thema Lebensgenuss einen eigenen Blog ins Leben gerufen, der dabei helfen soll, zu entspannen und wieder mehr zu genießen:

www.lustundgenuss.de

Was denkst du: Gibt es die eine, perfekte Berufung? Wie schaffst du es, mit deinen Energien zu haushalten? Ich freue mich sehr auf deinen Kommentar!

Alles Liebe

Annika

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21 Gedanken zu “Burnout durch Sinnsuche – gibt es die Berufung überhaupt?

  1. Wie so oft: großartig – also Deine Worte! Ich kann diese „Finde deine Berufung und du brauchst nie wieder Urlaub“ echt nicht mehr hören. Ich finde es gerade toll, dass es Abwechslung gibt: mal Arbeit, mal Freizeit, mal einfach gar nichts tun. Das ist so wichtig, für den Körper, für die Seele, für den Kopf! Aber wie Du schon schreibst: das geht vielen verloren momentan. Die ständige Suche nach Zufriedenheit und Berufung führt garantiert nicht dahin. Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner, aber nur so lange man nicht auf dieser anderen Seite ankommt. Uns geht es oft einfach zu gut: wir haben fast alles, was wir brauchen, wir leben, kein Krieg, kein Hunger, keine Verfolgung, etc. Ein Zustand, der eigentlich höchste Zufriedenheit verbreiten sollte. Aber es geht ja immer noch ein bißchen mehr, immer noch ein bißchen optimaler,… schade ist das.
    Ich wünsche Dir erstmal, dass Du wieder Dein Gleichgewicht findest! Alles andere kommt dann, irgendwie, und wenn nicht geht die Welt auch nicht unter.
    Alles Gute!
    Katharina

    • Hallo Katharina,

      ganz lieben Dank! Ja ich glaube das es uns allen sehr gut tun würde, einfach DANKBAR zu sein – für das, was JETZT schon da ist. Den aktuellen Zustand genießen (klar mit Zielen im Hinterkopf, aber nicht als Hauptfokus) und auch mehr Auszeiten zu nehmen. Ich gebe mein Bestes, nicht mein Bestes zu geben und mehr Ruhe und Gelassenheit zu entwickeln. 🙂

  2. Wunderbar mutig und authentisch geschrieben! Ja, jeder will (und muss leider auch oft) stets mehr und mehr von sich geben, Zeit, Engagement, Verständniss usw…….um was dann letzendlich zu bekommen? Geld, Anerkennung, ein zufriedenes Gefühl…..und so unendlich viel mehr noch.
    Im Grunde und mal rein betriebswirtschaftlich betrachtet relativ normal.
    Aber vielleicht sollten wir unser Leben wirklich mal sehr ehrlich, auch knallhart betriebswirtschaftlich betrachten und analysieren. Also ein SOLL und HABENKONTO führen und nebeneinander setzen (habe ich mal gelrnt, als es noch kein Exel und Co gab 😉 ) Reine Buchführung somit.
    Bauch raus, Hirn rein und Bilanz ziehen.
    Ein guter Freund (und erfolgreicher Unternehmer) sagte mir einmal vor Jahren; „bei allem was du tust, frage dich:
    1. macht es SINN?
    2. lohnt es sich?
    3. macht es Spass?
    4. hast DU den größten NUTZEN davon?
    Wenn Du alle 4 Fragen mit JA beantworten kannst- dann tu es!“

    Ich würde heute noch hinzu fügen: bitte feinjustieren dann nicht vergessen. Will heißen: immer mal wieder abchecken, ob es ein viermaliges JA geblieben ist. Sonst etwas nachbessern und korrigieren. Nicht direkt alles infrage stellen, Und nicht an Wunder glauben, die gibt es nämlich nicht. Aber sich auch nicht wundern, wenn es mal hoch, mal runter geht………total normal halt 😉
    Ich denke aber auch, wer den Glauben an sich selbst nie verliert, der kann wirklich vieles, viele wunderbare Dinge schaffen, Hürden nehmen und immer mal wieder über sich hinaus wachsen. Hast gerade DU doch mehrfach bewiesen in den letzten Jahren! schon vergessen? 😉
    Dann kommt hier eine ERINNERUNG:
    Du liebst Marketing und seine Facetten.
    Du liebst es, frei und kreativ arbeiten zu können.
    Du liebst es, wachsen und dich weiter entwickeln zu dürfen.
    Du liebst es, Grenzen zu ignorieren und über den Tellerrand hinweg zu schauen.
    Du willst Marketing bund und fantasievoll machen.
    Du liebst es, die Geschichten der Unternehmen heraus zu finden und darstellen zu können.
    Du weisst, es ist nicht einfach, aber es ist machbar. Du hast es bewiesen das es geht- das man für seinen Traum etwas mutiges tun muss!!!
    Genau deswegen hast Du den Mut gehabt, Dein eigenes MarketingCafé zu gründen!.

    ERGO: Du tust also- was Du liebst.
    Und Du liebst (fast alles) was Du tust. 😉

    Wie wertvoll, sich auch mal der Kehrseite der GlücksSeite hingeben zu dürfen! Ich bewundere Dich, Deine Ehrlichkeit und Deinen Mut!

  3. Hallo Annika,

    selbst wenn man seine Arbeit liebt, wird es immer auch Aufgaben geben, die man weniger gerne macht. Und Probleme, die auftauchen. Das ist wahrscheinlich auch gut so, denn daran wächst man in gewisser Weise auch und entwickelt sich weiter.

    So ging es zumindest mir in meinem ersten Jahr der Selbständigkeit.
    Der Satz: „Selbständigkeit bedeutet selbst und ständig“ ist einer der blödesten den ich kenne.
    Leider ist es wohl bei vielen so – aber das kann und darf es nicht sein.
    Da bin ich froh, dass ich meine Kinder habe, da kann das gar nicht passieren 😉

    Und Bezahlung unter der Schmerzgrenze kann und darf genauso wenig sein.
    Ich fand es am Anfang auch schwierig, da muss es aber wirklich selbst im Kopf „klick“ machen.

    Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft,

    Liebe Grüße
    Jutta

    • Hallo Jutta,

      herzlichen Dank für deinen Kommentar. Ja, ich denke auch, dass es immer 20-30% geben wird, die man nicht so gerne erledigt, aber die sein müssen. Wunderbar, dass deine Kinder so eine tolle Bodenhaftung und Ausgleich sind!

  4. Liebe Annika, du sprichst mir aus der Seele…Darüber mache ich mir auch die letzten Tage extrem viele Gedanken…Berufung heißt für mich, das was man gern tut zu machen, aber nicht um jeden Preis…Momentan beschäftige ich mich viel mehr mit Werbung und Marketing, damit ich überhaupt meine Berufung arbeiten kann…Ich hab gestern mein ganzes Preiskonzept über den Haufen geworfen, weil es mir nicht gut tut…Ich habe mich von „Profis“ leiten lassen, höhere Preise, dafür Mammutsitzungen, die a) kaum jemanden bezahlt und b) mich und den Klienten fix und fertig machen…Burn out lässt grüßen und somit bleiben auch die Klienten aus…Gesetz der Resonanz…Also wieder back to the roots…Damit fühle ich mich wohl und auch somit meine Klienten…Dein Konzept für mich ist genial und ich entfalte jetzt mein Potential auf Ruhe und mir zu leisten, auf meine innere Stimme zu hören und nicht auf irgendwelche Möchtegerns…Sei lieb gegrüßt Nadine

    • Hallo Nadine – ja der beste Weg ist es letztendlich immer, auf seine eigene Stimme zu hören! Es freut mich sehr, dass du mit meiner Arbeit so zufrieden bist – und wenn du weiter Hilfe bei Marketing und Co. brauchst, meld dich einfach 🙂

  5. Annika, danke! Danke, dass du so mutig diesen Artikel veröffentlichst hast.

    Erinnerst du dich? Als Unternehmer sein Warum im Business zu finden gleicht einer Selbstfindung. Die eigenen Grenzen finden und andere wiederum öffnen.

    Wann? Mit wem? Wo? Wie oft? Wie lange? Was? Probieren, testen, aushalten, aussortieren…

    Ich glaube daran, dass jeder seine Berufung hat, sein Element in dem er sich wohlfühlt und seine Talente ausleben kann.

    Der Weg dort hin ist ein Prozess und verlangt vor allem Ehrlichkeit zu sich selbst.

    Wie viele Menschen laufen jahrelang Zielen hinterher und merken erst spät das es nicht ihre waren. Oder aber ihre Vorstellung von einem erfolgreichen Leben schwammig ist. Ich höre oft: „Ich will ein glückliches Leben und erfolgreiches Business.“ – Aha – das wollen wir doch alle.
    Aber was heißt denn das?
    Auch am Strand noch mit Kunden kommunizieren? Nachdem der Partner schon im Bett schlummert noch mal den PC anwerfen? 255 Arbeitstage x 12 Stunden arbeiten? Immer greifbar und zur Stelle, wenn der Kunde ruft? Wie viel Zeit gehört der Familie, Freuden und einem selbst?

    Du hast den Kern getroffen: Der ganze Erfolg, das Ansehen, das Geld und was auch immer noch, ist rein gar nichts mehr wert, wenn die eigenen Bedürfnisse zu kurz kommen. Leider nehmen das viele erst zu spät wahr. Nämlich dann, wenn der Körper die Notbremse zieht. Viel zu selten denken sie an ihre private Persönlichkeit.
    Um die eigene Stimme zu hören und sich zu spüren brauchen wir unsere Kraftquellen zum Auftanken. Diese sollten wie das tägliche Zähneputzen in den Alttag gehören.
    Was gibt mir Kraft?
    Wann und wo kann ich auftanken?
    Welche festen Zeiten richte ich mir dafür ein?

    Meiner Meinung nach brennen wir nicht aus, weil wir einer Sache zu viel Aufmerksamkeit widmen, sondern, weil wir wenig Sinn darin sehen, unsere Erwartungen enttäuscht werden und es mehr Kraft kostet als es gibt.

    Ich wünsche dir, dass du deine Kraftquellen auskosten kannst und deine Leichtigkeit bewahrst.

    Herzliche Grüße

    Anke

    • Liebe Anke,

      natürlich erinnere ich mich an deine Worte. Ja, das Thema Kraftquellen finden ist ein ganz bedeutendes Element, das wird einem aber immer erst du die eigene Erfahrung klar. Prima, wenn es da Menschen wie dich gibt, die Leuten bei genau diesem Thema helfen!

  6. Liebe Annika,
    danke für Deine offenen Worte und dass Du Deine innersten Gedanken mit uns teilst.
    Ich persönlich hasse diesen selbst-und-ständig-Spruch! Und ich kann ihn nicht mehr hören.
    Das ist nicht das, wovon ich 10 Jahre lang geträumt und wie ich es mir vorgestellt habe.
    Ich bin nun seit einem dreiviertel Jahr selbstständig und bisher sage ich, es war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.
    Ich habe schon nach einem halben Jahr gemerkt, wie wichtig es ist, abzuschalten und durch Auszeiten neue Energie zu tanken.
    Horche in Dich hinein und das was Du wirklich willst … Deinem Traum folgen ist das Eine, dabei aber auch glücklich und zufrieden zu sein und sich vor allem selbst lenken und nicht von anderen lenken lassen, ist das Andere.
    Geh Deinen inneren und eigenen Weg weiter und sei achtsam mit Dir!
    Liebe Grüße, Ursula

    • Vielen Dank für deinen Kommentar Ursula, da warst du einige Monate schneller als ich. Ich habe erst viel später gelernt, Auszeiten zu nehmen – bzw. bin ich immer noch dabei, es zu lernen. So einfach ist es auf jeden Fall nicht, wenn es drunter und drüber geht, aber ich gebe mein Bestes. Danke dir und ich freue mich, wenn du so glücklich mit deiner Entscheidung bist!

  7. Liebe Annika,
    ich schätze deinen Blick auf die Dinge sehr. Du sprichst aus, was viele von uns denken. Wir Frauen sind häufig zu nah dran. Zu nah, um einen Ausweg zu sehen. Da hilft manchmal eine Freundin, die uns an der Hand nimmt und wegzieht vom „zu nah dran“. Mein Spruch ist seit vielen Jahren „tue weniger und erreiche mehr“. Weniger heißt jetzt nicht, sich auf die faule Haut legen sondern unserer Kreativität Raum zu geben. Mal die Arbeit liegen zu lassen und z.B. in eine Kunstaustellung zu gehen. Im obigen Kommentar lese ich „Wunder gibt es nicht“. Kann ich nicht bestätigen. Nach solchen Ausflügen in die Natur, Museum, Theater – egal was, komme ich so quicklebendig wieder zurück. UND so manches Mal habe ich mich ganz locker mit Kunden darüber unterhalten und nebenher noch Umsatz gemacht – eben weil ich andere Interessen pflege. Auch Wundern dürfen wir Raum in unserem Leben geben. Übrigens ist das viele Hinterher-Jagen ja eine ausgeprägt männliche Verhaltensweise. Es gilt unsere weiblichen Wurzeln zu nähren. Dann wird vieles leichter.
    Alles Liebe
    Birgit

    • Liebe Birgit, es freut mich sehr, so ein warmherziges Feedback von euch zu bekommen! Es kann gut sein, dass es auch ein „Frauen-Thema“ ist weil wir den Drang haben, allen helfen zu wollen und uns dabei selber zu vergessen. Wobei es auch viele Männer gibt, die so ticken…Ich werde mir fest vornehmen, Kunstausstellungen, Spaziergänge etc. zu integrieren, um den Kopf frisch zu machen!

    • Liebe Birgit, Du hast meiner Meinung nach ein sehr wesentliches Thema angesprochen: den unterschied zwischen männlichen und weiblichen Eigenschaften im Berufsleben, wie auch in allen anderen bereichen. Die weiblichen Wurzeln zu nähren…….WOW- das ist eine wunderschöne Aussage! 🙂
      Mit meiner Aussage „Wunder gibt es nicht“ beziehe ich mich deutlich auf einige meiner Meinung nach (also rein subjektiv betrachtet) sehr unsinnige und fehlgeleitete Richtungen/Wege und Vorgaben einiger Autoren und Coaches, Mentoren und Chagga-(Un)Wesen……die ständig propagandieren- man müsse nur seine Berufung finden, an Wunder glauben etc etc pp…..ich kann diesen geistigen Müll einfach nicht mehr hören. Denn ohne harte und konsequente, stets lernbereite und lernfähige Arbeit, wie auch nur duch eine starke Disziplin und einen extrem langen Atmen und ohne viele andere Eigenschaften mehr- wird es nie- NIEMALS etwas werden mit einer eigenen Firma, Selbstständigkeit und dergleichen.
      Das, was Du schreibst, die sogenannten Auszeiten und Quellen der Kraft und Inspiration sind ja keine Wunder, sondern bewusst eingesetzte Helfershelfer und Kraftquellen. Und die, da gebe ich Dir uneingeschränkt recht, sind ein wesentlicher Faktor für „Erfolg“ und ein erfüllendes und reiches Leben.
      Alles Liebe, Bernadette

  8. Hallo Annika

    Mein Lieblingsthema und meine Lieblingsfrage, meine Spezialisierung . Nun die Sinnfrage muss mal genau definiert werden, sprich was meint man damit eigentlich genau?

    Was ist eine Berufung? Der Beruf, der ……., was?

    Geld bringt ohne Mühe. Sinnerleben stiftet, ohne Reue und negativen Aspekten. So gut wie keine Arbeit mehr ist, weil es ja die Berufung ist. Alles gelingt weil man ja im „Flow“ ist und da fliegt einem Alles zu. etc etc.

    Ja die Wunderprädiger und Supercoaches erzählen viel. Selten hat dies jedoch mit Realität oder erlebten zu tun. Wenn ich ehrlich bin geht es mir mit dem Begriff Marketing und Werbung so 😉 ( ich hoffe du bist nun nicht böse * )

    Meines Erachtens entsteht das Sinnerleben oder so was wie eine Berufung durch einen Prozess den ich in meiner Arbeit in drei Stufen erkläre.
    1. Stressmanagement – meistern des Alltags. Führt unweigerlich zur Erkenntnis Stufe 2. Selbsterfahrung. Wie sind selbst der Designer unseres Stresses wir haben die Wahl. Aus der Erkenntnis der Stufe 2. Erkenne Dich selbst folgt dann Stufe 3. Diese Stufe bezeichne ich als die philosophische Stufe, nicht nur weil ich eigentlich viel philosophischen Daoismus lehre, sondern weil ich auch der Meinung bin das die Sinnfrage und Berufung eine philosophische Frage selbst ist.

    Mein Zitat hierzu lautet immer: https://business.facebook.com/andreasebner.at/photos/pb.741919299206093.-2207520000.1437934285./905601172837904/?type=3&theater

    Die Stufe 3 ist also die Frage der Existenz und Ihrer Sinnhaftigkeit bzw Erwartung. Wozu bin ich da?

    Ich werde diese Woche dieses Thema in einem Blog bearbeiten und höher auf das Thema eingehen.

    Kurzum würde ich mal vorweg sagen, die Existenz geht der Essenz voraus. Dies ist eine sehr daoistisches Aussage, welche eigentlich schon eine klare Antwort gibt. Das Sein geht dem Sinn voraus. Anders gesagt Wer sich selbst nicht kennt wird niemals seine Berufung erfahren.

    Berufung ist für mich als Mensch die Selbstfindung. Die an sich auch schon wieder ein Mysterium darstellt. Aber auch hier würde ich sagen: Jeder ist was er ist, ausser er ist im Moment etwas anderes, als er ist, dann sollte er wieder das werden, was er ist.

    Das Ablegen von Sozialisierung, also Mustern aus Erziehung, Studium und dem Wunderland der Erwartungen und Wünsche, bringt einem zum tiefsten Sinn des Lebens, DEM EIGENEN SEIN ! Wer sich selbst erfährt, erfährt überall und in allem Sinn und Berufung.

  9. Liebe Annika,

    genau an diesem Punkt war ich auch. Und es hat total genervt, ich konnte einfach nicht mehr. Weil ich alles perfekt machen wollte. Weil ich deutlichen Mehrwert für meine Leserinnen schaffen wollte, weil ich Podcast, Video und und und machen wollte.
    Ergebnis: nix lief mehr. Ich habe auch an meiner Berufung gezweifelt, wollte alles hinschmeißen.

    Ich habe jetzt wirklich radikal aufgeräumt, losgelassen, mich entschieden nicht mehr ALLES machen zu wollen. Und vor allen Dingen mir mehr Zeit zu lassen. Ergebnis: es geht jetzt voran mit meinem Projekt. Ich habe meinen ersten Online-Kurs begonnen und er wird ab dem 1.Oktober starten.

    Herzliche Grüße
    Barbara

  10. Ausgebrannt von der Sinnsuche – das ist ein klasse Aspekt und Artikel, Annika. Hat mich angesprochen und auch direkt etwas „entspannt“. 🙂 Die Suche nach unserem Ding, dem mehr Raum und womöglich auch „Berufung“ zu geben, was uns echte Freude macht, ist definitiv gut und lohnenswert. Aber es kann sich auch echt anstrengend gestalten und stressen. Dabei zu bleiben, aber nicht zu viel dran zu hängen und die Sinn-Findung nicht zu ernst zu nehmen, das nehme ich gerne als kleine Botschaft mit.
    Viele Grüße aus dem benachbarten Bonn von einem Fitness Coach mit dem Streben nach Sinn und Ganzheitlichkeit 😉
    Michael

  11. Jemand hat mal gesagt, du wirst erst dann erfolgreich, wenn du dir klar darüber wirst, dass du den Erfolg nicht brauchst. Ich habe das eher für einen Witz gehalten. Wofür sollte man im Leben arbeiten, wenn nicht für einen Erfolg? Vielleicht ist da aber wirklich was dran. Immer wieder heißt es von allen Seiten, der Weg ist das Ziel und wenn man zu sehr auf das Ziel selbst achtet, verpasst man alles Schönen auf dem Weg.
    Ich bin momentan eher frustriert von mir, von meiner Arbeit, sogar von meinem Körper. Vielleicht sollte ich mal grundlegende Einstellungen überdenken…

    • Hallo Anita,

      danke für deinen Kommentar. Und ja ich finde auch, dass der Weg das Ziel ist. Ich finde es sehr wichtig, dass man, trotz all seiner Ziele und Bemühungen, sein Leben trotzdem genießen kann – so, wie es gerade ist. Nicht erst in der Zukunft, sondern schon heute. Das wichtigste Element hierfür ist die Dankbarkeit. Wenn du allerdings das Gefühl hast, mit allem unzufrieden zu sein und da alleine nicht mehr herauszukommen, dass kann ich dir empfehlen, dir von jemandem externen hier Unterstützung zu holen. Man kann Dankbarkeit gut trainieren, trotzdem musst du sicherstellen, dass es sich bei dir nicht ggf. um eine Depression o.ä. handelt. Ich wünsche dir viel Glück bei deinem Weg!

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